GASL-Preis der YAEL-Stiftung 2016 geht an SFB 841 Wissenschaftlerin

22.1.2016

Dr. Dorothee Schwinge, wissenschaftliche Mitarbeiterin im SFB 841 Teilprojekt B3, erhält heute den GASL-Preis 2016. Der mit 3.000 € dotierte Preis ist von der YAEL-Stiftung finanziert und wird auf der 32. Jahrestagung der Deutschen Arbeitsgemeinschaft zum Studium der Leber (German Association of the Study of the Liver, GASL) in Düsseldorf vergeben.

Der Preis zeichnet die von Schwinge und Kollegen im Journal of Immunology publizierte Arbeit “Testosterone Suppresses Hepatic Inflammation by the Downregulation of IL-17, CXCL-9, and CXCL-10 in a Mouse Model of Experimental Acute Cholangitis” aus. Darin beschreiben die Wissenschaftler ein Modell der autoimmunen Cholangitis, mit dem der Einfluss des Geschlechtes auf Entzündungsreaktionen in der Leber untersucht werden kann. Ähnlich den autoimmunen Lebererkrankungen beim Menschen zeichnet sich dieses Cholangitis-Modell durch eine höhere Anfälligkeit weiblicher Tiere aus: Während diese krank werden, entwickeln männliche Mäuse keine Symptome. In ihren Untersuchungen konnten die Wissenschaftler dem Hormon Testosteron eine wichtige Funktion zuschreiben: So lässt sich die Krankheit bei weiblichen Mäusen durch Testosteronzugabe unterdrücken, durch die Kastration von Männchen verlieren diese hingegen ihren Schutz. Dabei unterdrückt das Geschlechtshormon offenbar die Produktion bestimmter Botenstoffe, die wiederum Entzündungsreaktionen begünstigen und aktivieren. Dass Testosteron auch in der Leber die Funktion von Entzündungszellen beeinflussen kann, ließ sich in dieser Studie erstmals nachweisen. Ein tieferes Verständnis der dahinter stehenden molekularen Mechanismen könnte zu neuen Therapieansätzen für Patienten mit autoimmunen Lebererkrankungen führen.

Originalveröffentlichung:

Schwinge D, Carambia A, Quaas A, Krech T, Wegscheid C, Tiegs G, Prinz I, Lohse AW, Herkel J, Schramm C

Testosterone Suppresses Hepatic Inflammation by the Downregulation of IL-17, CXCL-9, and CXCL-10 in a Mouse Model of Experimental Acute Cholangitis
J Immunol. 2015 Mar 15;194(6):2522-30. doi: 10.4049/jimmunol.1400076. Epub 2015 Feb 11.

Weitere Informationen:

Details zum SFB Teilprojekt B3 von Prof. Christoph Schramm: Regulatorische T-Zellen und TH17 Zellen in der Pathogenese und Therapie der Cholangitis.

Die Primär Sklerosierende Cholangitis (PSC) ist eine autoimmune Lebererkrankung, die zu einer Entzündung und Vernarbung der Gallenwege führt. Bei fortschreitendem Verlauf der Krankheit ist das Auftreten einer Leberzirrhose häufig, viele Patienten bedürfen langfristig einer Lebertransplantation. Zukünftig sind beste Voraussetzungen geschaffen, das komplexe Krankheitsbild erstmals umfassend zu entschlüsseln: Im Dezember 2015 entschied die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), die neu eingerichtete Klinische Forschergruppe 306 „Primär Sklerosierende Cholangitis“ in den kommenden drei Jahren mit mehr als vier Millionen Euro zu unterstützen. Mehr Informationen hier.