Herzlichen Glückwunsch – Student of the Year im Doppelpack

7.12.2012
Zwei Doktoranden teilen sich in diesem Jahr den Titel „Student of the Year“ des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf: Lida Victoria Mancke und Moritz Peiseler. Peiseler ist Doktorand im Sonderforschungsbereich 841 (SFB 841) „Leberentzündung: Infektion, Immunregulation und Konsequenzen“ in der Arbeitsgruppe von Professor Christoph Schramm. Er erhält die Auszeichnung für seine Veröffentlichung FOXP3+ regulatory T cells in autoimmune hepatitis are fully functional and not reduced in frequency, die im Rahmen eines Kooperationsprojektes mit der Arbeitsgruppe von PD Dr. Johannes Herkel entstand. In seiner Arbeit untersuchte Peiseler die Rolle von regulatorischen T-Zellen bei der Autoimmunen Hepatitis (AIH). Bei Patienten mit AIH attackiert das Immunsystem fälschlicherweise die Leber und führt so eine Entzündung herbei, die unbehandelt zu einer Leberzirrhose führen kann. Bei anderen Autoimmunerkrankungen scheinen bestimmte Immunzellen, die regulatorischen T-Zellen, beeinträchtigt zu sein. Diese Zellen können Abwehrreaktionen unterdrücken, die sich irrtümlich gegen den eigenen Körper richten. Peiseler zeigte in seiner Arbeit, dass, anders als bisher angenommen, die regulatorischen T-Zellen bei der AIH voll funktionsfähig sind. Auch ihre Anzahl ist nicht reduziert. Vielmehr scheint ihre Menge mit dem Ausmaß der Leberentzündung zu korrelieren: In Patienten mit aktiver AIH lagen mehr regulatorische T-Zellen vor als bei AIH-Patienten ohne akute Beschwerden.

Lida Victoria Mancke absolviert ihre Doktorarbeit in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Maura Dandri, Teilprojektleiterin im SFB 841. Mancke wurde für ihre Veröffentlichung Humanized chimeric uPA mouse model for the study of hepatitis B and D virus interactions and preclinical drug evaluation mit dem Titel “Student of the Year” ausgezeichnet. Darin beschreibt sie die Etablierung eines Mausmodells, mit dem erstmals Infektionen mit dem Hepatitis-Delta-Virus (HDV) in vivo untersucht werden können. HDV ist ein Satellitenvirus, der sich nur mithilfe des Hepatitis-B-Virus (HBV) vermehren kann. Bei Patienten, die chronisch mit HBV und HDV infiziert sind, kann sich, verglichen mit einer alleinigen HBV-Infektion, schneller eine Leberzirrhose entwickeln. So eine Doppelinfektion liegt bei fünf Prozent aller chronisch mit HBV infizierten Menschen vor. Bislang gibt es keine spezifischen Medikamente gegen eine HDV-Infektion. Mithilfe des Mausmodells können nun neue Therapieansätze erprobt werden. Außerdem kann erforscht werden, wie die beiden Hepatitis-Viren mit den menschlichen Leberzellen und ihren Abwehrmechanismen interagieren.