Leberforschung aktuell: Nachweis eines breiten Spektrums von Hepatitis-Delta-Virus (HDV) -spezifischen T-Zellantworten in Patientenproben

08.10.2018

Weltweit gibt es ca. 10-15 Millionen Menschen, die gleichzeitig mit Hepatitis Virus B und D (HBV und HDV) infiziert sind. Patienten, die eine chronische Hepatitis D Virus Infektion haben, zeigen oftmals einen schweren Verlauf bis hin zur Entwicklung einer (Zirrhose) oder von Leberkrebs. Dabei gibt es zur Zeit wenig Therapiemöglichkeiten für diese Patienten.

Es ist von hohem Interesse zu charakterisieren, wie genau die immunologische Reaktion im Laufe einer Hepatitis B und D Infektion mit Beteiligung der körpereigenen T-Zellen abläuft. Die Arbeitsgruppe um Herrn PD Dr. Julian Schulze zur Wiesch, Leiter des Teilprojektes A06, I. Medizinische Klinik und Poliklinik am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf hat in einem weiteren Schritt, ein breites Spektrum an Immunantworten in Hepatitis Virus B und D positiven Patienten genauer charakterisiert.

In mehr als 50% der Patienten, die mit beiden Hepatitis Viren infiziert waren, konnten in vitro Immunreaktionen mit verschiedenen T-Zellpopulationen (CD8+ und CD4+) beobachtet werden. Diese Antworten waren unabhängig vom klinischen Status der Patienten. Die HDV-spezifische T Zellantworten konzentrierten sich auf drei verschiedene HDV-spezifische Epitope, dies sind verschiedene, kurze Teilabschnitte des HDV Proteins, die eine Immunantwort auslösen können, und die jeweils von 12-21% der Patienten nachgewiesen wurden. Diese umfassende Charakterisierung von HDV T Zellepitopen liefert wichtige Informationen, die weitere Studien der HDV-Immunpathogenese erleichtern. Diese Arbeit entstand in Kooperation unter anderen mit Forschern aus dem SFB841 (Projekt A08 , Dr. Lütgehetmann), dem UKE und von der Universität in San Diego.

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