Leberzellen im Einsatz gegen Multiple Sklerose: Neuartige Nanopartikel-Therapie wird klinisch erprobt

15.08.2014

Anfang August bewilligte das Bundesministerium für Bildung und Forschung 2,8 Millionen Euro für das Projekt „NANOdeLIVER“. Im Rahmen dieses Projektes, geführt von SFB Projektleiter PD Dr. Johannes Herkel, wollen die Wissenschaftler nun erstmals ihr innovatives Therapiekonzept gegen Multiple Sklerose in der klinischen Praxis überprüfen: Dabei werden krankheitsauslösende Stoffe aus dem Gehirn an winzige Nanopartikel gekoppelt und über die Blutbahn in besondere Leberzellen gebracht. Diese Zellen können dann die Immuntoleranz herstellen, also die bei einer Autoimmunerkrankung wie der Multiplen Sklerose fehlgeleitete und überschießende Immunantwort unterdrücken.

Nanopartikel in LSECs_Herkel
Abbildung 1: Sinusoidale Endothelzellen in der Leber akkumulieren Nanopartikel aus der Blutbahn.

Im Labor hat das neue Prinzip seine Effektivität bereits unter Beweis gestellt. Nun soll in dieser ersten klinischen Phase zunächst die Sicherheit des neuen Wirkstoffs getestet werden. Erst in späteren Schritten untersuchen die Wissenschaftler dann dessen Wirksamkeit und vergleichen mit vorhandenen Medikamenten.

Die ausführliche UKE Pressemitteilung „2,8 Millionen Euro Förderung vom Bundesforschungsministerium – UKE-Wissenschaftler erproben neuartige Therapie gegen Multiple Sklerose“ finden Sie hier.

Aktuelle Literatur und weiterführende Informationen zum Projekt B2 — Toleranzentstehung und -durchbrechung in der Leber.