Steckbriefe FWJler 2015/2016

Walchner_Myriam

Myriam Walchner (19 Jahre)

Meine Einsatzstelle/Arbeitsgruppe:

Ich bin Teil der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. med. Samuel Huber, die sich vor allem mit den molekularen Hintergründen chronisch entzündlicher Darmerkrankungen befasst. Im SFB 841 leitet Prof. Huber ein Projekt zur Rolle der IL-22 und IL-22BP Achse im Rahmen von Reparaturvorgängen und der Tumorentstehung in der Leber .

Meine Aufgabenbereiche:

Meine Aufgaben umfassen die Genotypisierung der im Labor verwendeten Mauslinien mittels Polymerasekettenreaktion (PCR), das Eingießen von Gewebeproben in Paraffinblöcke und das Ansetzen von Puffern.

Wieso ein FWJ?

Während meiner Schulzeit habe ich schon früh ein besonderes Interesse für die naturwissenschaftlichen Fächer entwickelt. Am meisten forderte und faszinierte mich die Chemie, welche ich in der Oberstufe als Leistungskurs wählte. Während dieser Zeit entdeckte ich mein Interesse für die biochemischen Hintergründe von Krankheiten. Über das Internet erfuhr ich von der Möglichkeit eines FWJ, die mich sofort begeisterte, da ich mir einen Einblick in den Laboralltag wünschte. So wollte ich grundlegende Methodiken erlernen und feststellen, ob die Arbeit in der medizinischen Forschung ein Beruf ist, der mich langfristig begeistert.

Mein Interesse an der Forschung:

Antworten auf offene Fragen zu finden hat mich schon immer gereizt und wo gibt es mehr offene Fragen, als in der medizinischen Forschung? Dabei finde ich besonders spannend, wie eine Vielzahl äußerer und innerer Einflüsse im Menschen eine bestimmte Reaktion – beispielsweise die Entstehung einer Krankheit – auslöst. Diese Vorgänge sind meist so komplex, dass wir sie gar nicht verstehen können. Trotzdem reizt mich die Möglichkeit, mittels der Forschung diesen Geheimnissen des menschlichen Körpers auf die Spur zu kommen und so vielleicht Heilungsmethoden für bisher unheilbare Krankheiten zu finden.

Mein Studien-/Berufswunsch:

Mein ursprünglicher Plan, Biochemie zu studieren, wurde durch mein FWJ nicht bestätigt. Um meinem Bedürfnis nach einer möglichst umfassenden Betrachtung des Menschen gerecht zu werden, werde ich mich umorientieren. Ich möchte nun Psychologie mit Schwerpunkt Neurowissenschaften studieren. Zudem hat mir mein FWJ in der biomedizinischen Forschung nochmals bewusster gemacht, dass ich später keinen Beruf ausüben möchte und könnte, bei dem ich Tierversuche durchführen müsste.

Meine bisherigen Erfahrungen/Erkenntnisse:

Ich war erstaunt, wie viel Arbeitsaufwand hinter wissenschaftlichen Veröffentlichungen steckt. Wird im Labor an einem wissenschaftlichen Paper geschrieben, ist fast jeder in der Arbeitsgruppe auf die ein oder andere Weise beteiligt. Eine Unmenge an Versuchen muss durchgeführt und oft auch wiederholt werden.

Kirchhoff_Felix_FWJ 2015-16

Felix Kirchhoff (19 Jahre)

Meine Einsatzstelle/Arbeitsgruppe:

Meine Einsatzstelle ist die Arbeitsgruppe Gen- und Stammzelltherapie unter der Leitung von Herr Prof. Dr. Fehse am Campus Forschung (SFB 841 Projekte C7 – Hepatozelluläres Karzinom – Untersuchungen zur malignen Transformation mittels retroviralen Gentransfers & SP2 – Optimised tools for TALEN gene transfer into liver and immune cells). Hier dreht sich die wissenschaftliche Arbeit um die Entwicklung und Verbesserung von Therapiemöglichkeiten, die vor allem auf die Heilung von Krebs abzielen.

Meine Aufgabenbereiche:

Mein Aufgabenfeld erstreckt sich von Hilfstätigkeiten, über die Durchführung von komplexeren Experimenten bis hin zur Übernahme eines kleinen eigenständigen Projektes unter Anleitung und Hilfestellung von Wissenschaftlern. Meine praktischen Tätigkeiten umfassen dabei Arbeiten mit DNA (PCR, Transformation, Transfektion, Sequenzierung, etc.), Virusproduktion, das Messen von Einzelzellen am Durchflusszytometer, die Arbeit am Fluoreszenzmikroskop, in der Zellkultur sowie die Auswertung und Zusammenfassung der gewonnenen Daten mit anschließender Präsentation vor der Arbeitsgruppe.

Wieso ein FWJ?

Zum einen reizte es mich, diese noch recht neue Form des Freiwilligendienstes auszuprobieren. Ich konnte mir aufgrund meines naturwissenschaftlichen Interesses sehr gut vorstellen, dieses Jahr an wissenschaftlicher Arbeit und Forschung aus erster Hand selbst mitwirken zu können. Zum anderen sprach mich das auf Naturwissenschaften basierende Konzept mehr an als ein klassiches FSJ im Bereich des Pflegedienstes. Ein weiter Grund für meinen Antritt war der Wunsch, vor dem Studienbeginn praktische Erfahrungen zu sammeln und Eindrücke zu gewinnen, die man zu diesem Zeitpunkt im Leben wahrscheinlich auf keinem anderen Wege erlangt.

Mein Interesse an der Forschung:

Mein Interesse an der Forschung wurde vor allem dadurch geweckt, dass Forschung eben die Praxis verkörpert, sämtliche Naturwissenschaften miteinander zu kombinieren und so die Entdeckung von Neuem, bisher Unbekannten in so viel Hinsichten möglich zu machen. Und diese spannenden Einsichten dann für das Begreifen des menschlichen Körpers und dessen Heilung zu nutzen, finde ich großartig. So kann man all die in den Schulfächern separat behandelten Themen miteinander kombinieren, was sie in meinen Augen noch viel interessanter und bedeutender macht.

Mein Studien-/Berufswunsch:

Mein großer Wunsch ist es, Medizin zu studieren. Dabei habe ich bisher vor allem den klinischen Berufsweg im Visier, hatte jedoch auch schon immer Interesse an der Forschung mit medizinischer Relevanz. Dieses Interesse kann ich während der Zeit hier am UKE weiter ausbauen und halte mir weiterhin beide Wege, Klinik und Forschung, als spätere Arbeitsfelder offen.

Meine bisherigen Erfahrungen/Erkenntnisse:

Besonders überrascht hat mich, wie viel Planung, Zeit und Erfahrung es bedarf, um neue Projekte aufzustellen, Experimente durchzuführen, alle erforderlichen Daten zu sammeln, um diese dann wissenschaftlich korrekt zu präsentieren und ein Paper zu veröffentlichen. Besonders erstaunt war ich, als ich erfuhr, dass die Entwicklung erfolgsversprechender Medikamente mit all ihren Komponenten — Entdeckung des Wirkungsprinzips, Etablieren der Wirkung an sich, bis hin zur Erprobung in vitro & in vivo und schlussendlich in aller Ausführlichkeit am Menschen — Jahrzehnte in Anspruch nehmen kann.