Steckbriefe FWJler 2016/2017

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Vera Brackrock (18 Jahre)

Meine Einsatzstelle/Arbeitsgruppe:

Meine Einsatzstelle ist die von PD Dr. Thomas Jacobs geleitete Arbeitsgruppe Malariaforschung am Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (SFB 841 – B4 Regulation der Immunantwort im Verlauf der Malaria). Diese beschäftigt sich mit der Untersuchung der Immunantwort in der Malaria und besonders mit pro- und anti-inflammatorischen Mechanismen.

Meine Aufgabenbereiche:

Meine Aufgabenfelder umfassen verschiedene praktische Arbeiten im Labor und die Mitarbeit in Projekten von anderen Wissenschaftlern. Ich helfe, die Versuchsmäuse zu präparieren, unterstütze meine Kollegen bei größeren Experimenten und realisiere ein eigenes kleines wissenschaftliches Projekt. Methodisch umfassen meine Tätigkeiten die Arbeit am Durchflusszytometer, den Umgang mit DNA (Transfektion, PCR), die Arbeit in der Zellkultur, das Aliquotieren von Reagenzien und die Unterstützung bei der Durchführung von labororganisatorischen Maßnahmen. Dazu kommt die Auswertung und Zusammenfassung der Daten und die Präsentation der Ergebnisse vor der Laborgruppe.

Wieso ein FWJ?

Die Naturwissenschaften haben mich schon in der Schule sehr interessiert, insbesondere die biochemischen Themen. Als ich dann vom FWJ erfahren habe, hat mich die Möglichkeit gereizt, erstmal praktische Erfahrungen zu machen und Einblicke in die Forschung zu bekommen, um mir zu überlegen, ob die Arbeit in der Forschung ein Berufsweg für mich ist. Ich wollte für mich herausfinden, ob mir Forschung auch langfristig Spaß macht.

Mein Interesse an der Forschung:

Ich finde besonders faszinierend, welches komplexe System unser Körper ist und zu welchen Dingen er fähig ist. Die Aufgaben von den verschiedenen Komponenten, deren Wechselwirkung und die Zusammenhänge zwischen den Systemen zu verstehen, finde ich sehr interessant. Aber auch die Vernetzung von Wissenschaftlern aus der ganzen Welt finde ich spannend, wie zum Beispiel bei verschiedenen kooperierenden Instituten, die gemeinsam Projekte machen. Außerdem reizt mich die Themenvielfalt in der Forschung und wie unterschiedlich doch die tatsächlichen Tätigkeiten aussehen können, auch wenn man das gleiche studiert hat.

Mein Studien-/Berufswunsch:

Mein FWJ hat mir gezeigt, dass ich gerne einen Berufsweg in der Forschung einschlagen möchte. Mir macht die Arbeit in der Forschung sehr viel Spaß und ich könnte mir gut vorstellen, dass das auch länger so bleibt. Dazu würde ich gerne Molecular Life Sciences oder Medizin studieren.

Meine bisherigen Erfahrungen/Erkenntnisse:

In meiner Zeit bisher habe ich neben den praktischen Tätigkeiten und den theoretischen Hintergründen schon viele Einblicke in den Arbeitsalltag eines Wissenschaftlers bekommen. Besonders beeindruckt hat mich, wie lange es dauert, Experimente zu planen, sie durchzuführen, zu wiederholen und auszuwerten. Ich habe aber auch gelernt, wie wichtig es ist, so tolle und hilfsbereite Kollegen zu haben, die mir mit Freuden jede Frage beantworten und auch ein offenes Ohr für mein Projekt haben und mir dabei mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

Eckert_Michel_FWJ 2016-2017

Michel Eckert (20 Jahre)

Meine Einsatzstelle/Arbeitsgruppe:

…ist die Forschungsabteilung “Zell- und Gentherapie der Klinik für Stammzelltransplantation“ im Campus Forschung (SFB 841 Projekte C7 – Hepatozelluläres Karzinom – Untersuchungen zur malignen Transformation mittels retroviralen Gentransfers & SP2 – Optimised tools for TALEN gene transfer into liver and immune cells) unter der Leitung von Herrn Prof. Dr. rer. nat. Boris Fehse. Im Zentrum der Forschung stehen die Gentherapie und Strategien zur Zellmarkierung, beispielsweise das Barcoding. Vervollständigt wird unser Labor durch momentan vier DoktorandInnen, die an themenverwandten Dissertationen arbeiten.

Meine Aufgabenbereiche:

…sind vielfältig und stetig gewachsen. Die meiste Zeit nimmt mein eigenständiges Projekt in Zusammenarbeit mit Dr. Stefan Horn in Anspruch. Es umfasst die Extraktion genomischer DNA aus primären und kultivierten murinen Zellen, PCR, Gelelektrophorese, Restriktionsverdau, Ligation, TOPO- Klonierung, Transformation, Plasmidpräparation und anschließende Sequenzierung. Darüberhinaus bereite ich die gewonnenen Daten für eine gemeinsame Auswertung auf, entwickle und recherchiere Ideen für das weitere Vorgehen. Der zweite große Bereich neben der Molekularbiologie ist die Zellkultur. Hier unterstütze ich bei der Stammhaltung. Weitere Tätigkeiten sind die Vektorproduktion (Virus), Transfektion und Messungen am Durchflusszytometer. Einmal konnte ich bei der Aufreinigung von mononukleären Zellen aus peripherem Blut mittels Gradientenzentrifugation assistieren. Regelmäßig helfe ich bei der Mauspräparation. Diese beinhaltet die Extraktion von Knochenmark, Aufbereitung von Zellen aus den Organen und peripherem Blut sowie die Zellzahlbestimmung. Besonders spannend sind die Präparationen im Rahmen zweier ganztätiger Großprojekte gewesen. Bei Bedarf und Zeit unterstütze ich auch bei Projekten der Post-Docs und DoktorandInnen. Neben den Routinetätigkeiten der Molekularbiologie zählen hierzu das Schneiden von Leberpräparaten am Gefriermikrotom und die anschließende Peroxydasefärbung. Abgerundet wird meine Arbeit durch die Unterstützung bei Hilfstätigkeiten, die für einen reibungslosen und effektiven Laborbetrieb unerlässlich sind.

Wieso ein FWJ?

In den letzten Jahren meiner Schulzeit kristallisierte sich für mich immer mehr heraus, dass ich später einmal in den Naturwissenschaften arbeiten möchte. Die Forschung erscheint mir besonders verlockend. Das FWJ bot für mich die einmalige Chance, richtungsweisende Erfahrungen in der Wissenschaft zu sammeln, bevor ich mich für einen Studiengang entscheide. Der praktisch-methodische Anteil ist zudem zwischen Abitur und Studium eine willkommene Abwechslung.

Mein Interesse an der Forschung:

…begann als Kind. Ich erzählte meinen Eltern und Freunden, was die „Wissensforschler“ Neues entdeckt hatten. Diese Neugier und Faszination setzt sich bis heute ungebrochen fort und zwei weitere Faszinosa sind hinzugekommen: der Weg hin zur der Erkenntnis und deren praktischer Anwendung. Heute stehen wir auf den Schultern der Riesen vergangener Generationen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Es existieren Möglichkeiten zur Erprobung von Theorien, die vorherigen Generationen noch undurchführbar erschienen. Den menschlichen Körper in all seinen komplexen, verknüpften Funktionsweisen und in seinem Facettenreichtum zu verstehen, ist äußerst interessant. Weiter finde ich es spannend, die letzten Mysterien zu entschlüsseln und mich dieser Herausforderung zu stellen. Der Gedanke, Menschen Linderung oder gar Heilung zu bringen, denen bisher nicht geholfen werden konnte, ist ein kraftvoller Antrieb. Gleichermaßen reizvoll für mich sind der internationale Austausch und die Kooperation zwischen den Laboren. Ferner haben wir als Weltgemeinschaft eine Verantwortung, die Gesundheitsversorgung für die Zukunft, nachhaltig und für alle zugänglich, zu verbessern.

Mein Studien-/Berufswunsch:

Das FWJ hat mich in meinem Wunsch bestärkt, eine wissenschaftliche Laufbahn einzuschlagen. Besonders fesselnd finde ich den Studiengang Molecular Life Sciences, da dieser interdisziplinär ein breites Feld abdeckt. Mit Blick auf die klinische Anwendbarkeit wäre es sehr interessant, nach einem Medizinstudium in die Forschung zu wechseln. Ich könnte mir für die Zukunft vorstellen, mein erlangtes Wissen auch in einer universitären Lehrtätigkeit weiterzugeben.

Meine bisherigen Erfahrungen/Erkenntnisse:

Zu Beginn meiner Laborarbeit war das begleitende theoretische Wissen beinahe erschlagend. Begierig habe ich alles aufgesogen, um ein besseres Verständnis meiner Tätigkeit zu bekommen. Dabei hat mir besonders geholfen und gefallen, dass ich mit Doktoranden die Themenbereiche des Labors durchgehen konnte. Später durfte ich an den Vorlesungen selbst teilnehmen. Eine große Freude war es mir, einer Disputation beizuwohnen und einen Einblick ins Verfahren zu bekommen. Besonders dankbar bin ich für die vom ersten Moment an aufgeschlossenen und hilfsbereiten KollegInnen und Kollegen, die mich in ihr Team aufgenommen haben. Sie haben dieses Jahr für mich zu einem aufregenden und lehrreichen Exkurs in die Welt der Wissenschaft gemacht. Erstaunt hat mich, dass das Tempo der Forschung noch langsamer ist, als ich ohnehin angenommen hatte. Es ist beeindruckend, mit welcher Leidenschaft und Hingabe die arbeitsintensiven und langwierigen Projekte verfolgt werden. Mir ist deutlich geworden, wie kompetitiv die Forschungsarbeit im globalen Kontext ist. Darüber sind mir der Wert von fundierter wissenschaftlicher Arbeit und Papern, gerade im Hinblick auf scheinbar oberflächliche Sensationsmeldungen, besonders bewusst geworden.

Melina Malich (19 Jahre)

Meine Einsatzstelle/Arbeitsgruppe:

Meine Einsatzstelle ist die von Prof. Dr. Maura Dandri geleitete Arbeitsgruppe mit den Projektbereichen A5 (Molekulare Mechanismen der Persistenz von Hepatitis-B-Viren in chronisch infizierten chimären Mäusen) und A8 (Hepatitis-D-Virus-induzierte Pathogenese und Interaktion mit dem angeborenen Immunsystem) des SFB-841 „Leberentzündung“. Diese behandeln das Hepatitis B- und D-Virus in Bezug auf Grundlagen- und Medikamentenforschung.

Meine Aufgabenbereiche:

Meine Aufgaben umfassen sowohl praktisches als auch theoretisches Arbeiten im Labor. Der Praxisanteil besteht aus der Isolation von DNA und RNA aus Mausserum und –leber, dem Durchführen verschiedener Messungen mithilfe von PCRs, der Sequenzierung, Genotypisierung und auch der Arbeit an der Zellkultur. Im theoretischen Arbeitsteil werte ich die Ergebnisse aus, wie z.B. die Genexpression aus DNA und RNA und analysiere sie zusammen mit meinen Kollegen. Außerdem nehme ich an Auswertungen und Diskussionen wissenschaftlicher Literatur aus Fachzeitschriften teil, die wöchentlich stattfinden.

Wieso ein FWJ?

Für mich stand schon in der Schule fest, dass ich später einmal im naturwissenschaftlichen Bereich tätig sein wollte. Ein FWJ erschien mir dabei als ideale Gelegenheit, um vor dem Studium einen Einblick in die Arbeit in einem wissenschaftlichen Labor zu gewinnen und somit auch z.B. ein Gefühl für das Arbeiten unter erhöhten Sicherheitsbedingungen zu erlangen.

Mein Interesse an der Forschung:

In der Forschung geht es darum, mithilfe des bereits verfügbaren Wissens Neues zu erlangen. Dabei gibt es so gut wie keinen Bereich, in dem sich die Forschung nur auf ein bestimmtes Teilgebiet beziehen würde; Interdisziplinarität ist gefragt. Dies beeindruckt und fasziniert mich, da mich viele verschiedene Bereiche der Wissenschaften interessieren. Außerdem sind der Forschung keine Grenzen gesetzt, es gibt immer etwas Neues zu entdecken und neue Fragen zu beantworten, woran ich in Zukunft gerne mitwirken würde.

Mein Studien-/Berufswunsch:

Die Arbeit im Labor hat meinen Wunsch, in der naturwissenschaftlichen Forschung tätig sein zu wollen, eindeutig bestätigt. Ich könnte mir allerdings auch einen höheren technischen Anteil in meiner Tätigkeit vorstellen, deswegen werde ich voraussichtlich ein Studium wählen, das beides verbindet.

Meine bisherigen Erfahrungen/Erkenntnisse:

Bisher kann ich nur Positives aus dem Laboralltag berichten; ich wurde sofort in alle Tätigkeiten mit eingebunden, sodass ich schon früh in der Lage war, viele Methoden selbständig durchzuführen. Die Kollegen sind sehr hilfsbereit und stehen mir jederzeit mit Antworten zur Seite, wodurch ich sehr schnell das Gefühl bekam, ein Teil der Arbeitsgruppe zu sein. Ich habe viel neues theoretisches Wissen erlangt und viele Methoden gelernt, die mir sicher in meiner weiteren Berufslaufbahn nützlich sein werden. Ich kann die Erfahrung eines Freiwilligen Wissenschaftlichen Jahres jedem empfehlen, der sich in diese Richtung orientieren möchte, mir erscheint dies als die wohl beste Möglichkeit, so viel Erfahrung in der Labor- und Forschungsarbeit zu sammeln!