Steckbriefe FWJler 2017/2018

Foto Anina Lüders FWJ 2018

Anina Lüders (19 Jahre)

Meine Einsatzstelle/Arbeitsgruppe:

Die Forschungsabteilung für den zellulären Lipidstoffwechsel im Institut für Biochemie und molekulare Zellbiologie des UKE, unter der Arbeitsgruppenleitung von Prof. Dr. rer. nat. Jörg Heeren (SFB 841 Projekt: B6-TREM-2 als regulatorischer Faktor der metabolischen Leberentzündung und NASH-Progression).

Meine Aufgabenbereiche:

Im Rahmen meines FWJs sind meine Aufgabenbereiche sehr vielfältig und bedeuten die Mitarbeit an den Projekten der Wissenschaftler und Doktoranden, hierbei vor allem bei Dr. rer. nat Markus Heine und Alexander Fischer. Zum einen führe ich praktische Tätigkeiten im Labor aus. Dazu gehört das Präparieren von verschiedenen murinen Organen und Fettgeweben, um deren Menge an aufgenommenen radioaktiv-markierten Substanzen, mittels eines Liquid Scintillation Analyzers, zu ermitteln. Weiterhin die Durchführung von Western Blots (Aufarbeitung der Proben durch Lysieren und Lowrys, Blotten, Entwickeln und deren Auswertung) sowie verschiedenes Arbeiten in der Labororganisation, wie das Ansetzen von Puffern und Antikörpern, Aliquotieren von Reagenzien und Organisation der Materialien für die jeweiligen Experimente. Zum anderen arbeite ich mit den Versuchstieren (Mäusen) direkt. Des Weiteren nehme ich an wöchentlichen Diskussionen neu erschienener Paper, wie auch den Progress-Reports der weiteren Arbeitsgruppenmitglieder, teil.

Wieso ein FWJ?

Meiner Meinung nach ist das FWJ die perfekte Möglichkeit, eine Idee vom Alltag eines forschenden Naturwissenschaftlers zu bekommen. So wollte ich für mich entscheiden, ob dieses sich mit meinen Vorstellungen deckt und somit auch eine neue Facette meines zukünftigen Studiums kennenlernen. Gleichzeitig ist es mir so möglich, mein in der Schule und auch eigenständig erworbenes Anfangswissen zu erweitern, und viele Erfahrungen sammeln, die ich im Studium werde anwenden können. Darüber hinaus lerne ich den Ablauf in einem naturwissenschaftlichen Forschungsbetrieb kennen und wie der Weg zum Ziel aussehen kann.

Mein Interesse an der Forschung:

Schon seit meiner gymnasialen Mittelstufe begeistere ich mich sehr für Humanbiologie und Medizin und fing aus dem Grund an, wissenschaftliche Fachzeitschriften zu lesen, um Neues aus der Welt der Forschung zu erfahren. Mich lockte stets die Herausforderung, altes, schon bekanntes Wissen mit logischem Denken und akademischer Kreativität zur Findung neuen Wissens zu vernetzen.

Mein Studien-/Berufswunsch:

Nach dem FWJ erhoffe ich mir einen Studienplatz für Medizin. Mich reizt die perfekte Symbiose zwischen Neuem zu erlernen, praktischer Tätigkeit und dem sozialen Aspekt. Außerdem arbeite ich gerne mit Kindern und jungen Menschen. Deswegen ist es mein Traum Pädiaterin zu werden und eventuell dabei auch in der Forschung zu arbeiten. Für mich ist Medizin wie ein Werkzeugkasten. Man lernt enorm viel und kann das erworbene Wissen vielfältig einsetzen und später in sehr unterschiedliche Berufsfelder gehen: Arzt, Wissenschaftler, Journalist für Fachmedien und vieles mehr. Was will man mehr als einen Beruf, bei dem man sich nicht jeden Morgen fragen muss, warum man das eigentlich tut?

Meine bisherigen Erfahrungen/Erkenntnisse:

Seit ich angefangen habe, kann ich ausschließlich Positives über meine Arbeit in meinem Team sagen. Da man direkt in eine sehr spezialisierte Arbeitsgruppe einsteigt, kann die Anforderung anfangs überwältigend wirken. Einem fehlen das nötige Fachwissen sowie Fachtermini und man übernimmt viel Verantwortung. Aus diesem Grund habe ich mir mit großem Interesse in der ersten Zeit viel Wissen angelesen, um genauer verstehen zu können, woran gearbeitet wird. Mit der Unterstützung meiner Kollegen, die mir stets alle Fragen beantwortet und Hintergründe erklärt haben (und die die eine oder andere tiefgründige Nachfrage stellten, damit ich sehen konnte, ob ich es wirklich verstanden hatte), ging alles recht schnell. Mich begeistert der echte Teamgeist unserer Arbeitsgruppe, ohne den ein so effektives, interessantes und auch unterhaltenes Zusammenarbeiten nicht möglich wäre. Besonders gerne arbeite mit den Wissenschaftlern direkt zusammen. Auf diese Weise lernt man zu verstehen, wie viel Arbeit hinter den „Papers“ steckt, die man in den Journals liest, und dass man jedes auch selbst kritisch hinterfragen sollte. Wochenlange Planung der Experimente, lange und harte Arbeit von den Wissenschaftlern, wie auch der Technischen Assistenten und gelegentliches Wiederholen von Versuchen, gehören dazu. Ebenso zu lernen, den Enthusiasmus nach Fehlschlägen nicht zu verlieren. Somit kann ich jedem ein FWJ sehr empfehlen, der sich für Naturwissenschaften interessiert und später eventuell auch in dieses Berufsfeld einsteigen möchte. Es ist die perfekte Möglichkeit, über einen längeren Zeitraum für sich zu klären, ob man sich hier weiterentwickeln möchte. Es gibt viel zu lernen zu wissenschaftlichem Arbeiten, naturwissenschaftlichen Zusammenhängen und erfolgreicher Teamarbeit – auch, dass es nicht immer so läuft wie geplant – und welche faszinierenden Ziele man dann doch erreichen kann.

Tijana Krstic

Tijana Krstic (18)

Meine Einsatzstelle/Arbeitsgruppe:

Die Einsatzstelle ist die Arbeitsgruppe mit den Projektbereichen A5 (Molekulare Mechanismen der Persistenz von Hepatitis-B-Viren in chronisch infizierten chimären Mäusen) und A8 (Hepatitis-D-Virus-induzierte Pathogenese und Interaktion mit dem angeborenen Immunsystem) des SFB-841 „Leberentzündung“, geleitet von Prof. Dr. Maura Dandri-Petersen. Hier werden das Hepatitis-B-Virus als auch das Hepatitis-D-Virus bezüglich ihrer Wirkung auf den menschlichen Körper bzw. auf die Leber untersucht und behandelt.

Meine Aufgabenbereiche:

Meine Aufgaben umfassen praktisches Arbeiten im Labor und die damit verbundenen theoretischen Auswertungen ihrer Ergebnisse. So umfasst die praktische Arbeit die Isolation von DNA und RNA aus Maus- und Leberserum, Genotypisierung der Mäuse, Chromatin-Immunpräzipitation (ChIP) im Bereich Epigenetik und dem Durchführen verschiedener Messungen mithilfe von PCRs (q-PCR oder auf dem Gel). Im theoretischen Arbeitsteil werte ich die Ergebnisse aus und bewerte diese mit meinen Kollegen zusammen. Des Weiteren befasse ich mich in der Zwischenzeit mit wissenschaftlicher Literatur aus Fachzeitschriften und nehme wöchentlich an den Auswertungen und Diskussionen der laufenden Experimente beim sogenannten Lab-Meeting teil.

Wieso ein FWJ?

Bereits in der sechsten Klasse war ich für einen Tag im Heinrich-Pette-Institut (HPI) und gewann meinen ersten Einblick in das Leben der Forschung. Später absolvierte ich ein Schülerpraktikum für drei Wochen in der HIV-Abteilung des HPIs. Weil ich mir allerdings unsicher bezüglich meines Studiums war und noch nicht wusste, in welche Richtung genau ich später gerne gehen möchte, beschloss ich erst für ein Jahr ein FWJ zu machen. An dieser Stelle muss ich sagen, dass mir das FWJ geholfen hat, mich für eine bestimmte Studienfachrichtung festzusetzen, da es mir einen breiten Einblick in die Arbeit der wissenschaftlichen Welt geboten hat.

Mein Interesse an der Forschung:

Medikamente sind ein besonders wichtiger Bestandteil der heutigen Medizin. Mit Hilfe dieser können bereits verschiedene Krankheiten geheilt werden. Es ist imponierend, wie wenig man in der Wissenschaft vor fünf Jahren über das Hepatitis-Virus wusste. So war z.B. der Eingang in die menschliche Leberzelle des Virus‘ nicht bekannt. Es gibt schon überaus vieles, was man über die jeweiligen Krankheiten weiß, und wahrscheinlich noch viel mehr, das man nicht weiß oder zumindest noch nicht genau verstehen oder erklären kann. Die Wissenschaft ist ein breites graues Feld. Nichts ist ganz klar, man tappt ab und zu im Dunkeln. Was mir so beachtenswert erscheint, ist die Tatsache, dass jahrzehntelang über eine Krankheit geforscht werden kann, ohne dass man ein Heilmittel für diese findet.

Mein Studien-/Berufswunsch:

Schon immer wollte ich im naturwissenschaftlichen Bereich tätig sein. So war mein Erstwunsch immer, Medizin zu studieren. Doch das FWJ hat mir gezeigt, dass das Arbeiten in der Forschung wohl eher meinen Fähigkeiten entsprechen und meine Interessen mehr vertreten würde, weshalb ich gerne Pharmazie studieren würde.

Meine bisherigen Erfahrungen/Erkenntnisse:

Schnell wurde ich in das Arbeiten im Labor eingebunden, wodurch ich zügig die Methoden der q-PCR oder des Genotypings erlernt habe. Bei Fragen im Labor stehen mir alle Kollegen immer hilfsbereit zur Seite und gehen neu zu erlernende Experimente/Protokolle gerne mit mir durch, um an Sicherheit zu gewinnen, bevor ich mich alleine an diese heranwage. Letztendlich habe ich schnell das Gefühl bekommen, Teil dieser Arbeitsgruppe zu sein und bin froh darüber, neues Wissen und neue Arbeitsweisen mit so einer tollen AG, wie die AG Dandri, kennengelernt zu haben.

Bjarne Pagers (18)

Meine Einsatzstelle/Arbeitsgruppe:

Meine Arbeitsgruppe ist die Forschungsabteilung für Zell- und Gentherapie der Klinik für Stammzelltransplantation (SFB 841 Projekte C7 – Hepatozelluläres Karzinom – Untersuchungen zur malignen Transformation mittels retroviralen Gentransfers & SP2 – Optimised tools for TALEN gene transfer into liver and immune cells) im N27 (Campus Forschung) des Universitätklinikums Hamburg-Eppendorf. Der Leiter der Arbeitsgruppe ist Herr Prof. Dr. rer. nat. Boris Fehse.

Meine Aufgabenbereiche:

Meine Aufgaben verteilen sich auf zwei Labore: die Molekularbiologie und die Zellkultur. In der Zellkultur unterstütze ich die Stammhaltung und Dauerkultur verschiedenster Zellen, sowie diverse Forschungsprojekte der Doktoren und Doktorandinnen. Hinzu kommen grundlegende Labortätigkeiten wie das Auffüllen von Materialien, Aliquotierung von Reagenzien und andere Tätigkeiten, die für eine reibungslose Arbeit im Labor essenziell sind. Außerdem helfe ich bei der Mäusepräparation, indem ich Zellen aus dem Knochenmark, der Leber, der Milz und der Lunge extrahiere. In der Molekularbiologie beschäftige ich mich hauptsächlich mit der Extraktion genomischer DNA, Plasmidpräparation (Mini- & Maxiprep.), PCR, Gelelektrophorese, Restriktionsverdau, Transformation und Western-Blot.

Wieso ein FWJ?

Seit jeher zeige ich ein enormes Interesse an Naturwissenschaften. Ich strebe ein Medizinstudium an und wollte deshalb die Zeitspanne zwischen Schulabschluss und Studium Beginn sinnvoll überbrücken. Als ich schließlich vom FWJ erfuhr, entschloss ich mich, mich zu bewerben und wurde glücklicherweise auch angenommen. Ziel ist zum einen, einen guten Einblick in die Forschung zu erhalten und zum anderen sich auch als Mensch weiterzuentwickeln.

Mein Interesse an der Forschung:

Mein Interesse an der Forschung besteht ebenso lang wie mein Wunsch Medizin zu studieren, da diese Bereiche nicht nur extrem eng miteinander verknüpft sind, sondern auch durch Kooperationen aufeinander angewiesen sind. Die globale Zusammenarbeit, den Mensch und seine Komplexität zu verstehen und aus diesen Erkenntnissen heraus für eine Heilung diverser Krankheiten zu sorgen, ist für mich sehr faszinierend.

Mein Studien-/Berufswunsch:

Wie bereits erwähnt, strebe ich ein Medizinstudium an. Für eine spezifische Fachrichtung im weiteren Berufsleben als Arzt habe ich mich bis dato noch nicht entschieden. Grund für den Berufswunsch ist, wie auch in der Forschung, die Hoffnung und der Gedanke, den Menschen durch meine Arbeit zu helfen.

Meine bisherigen Erfahrungen/Erkenntnisse:

Bislang habe ich nur positive Erfahrungen im Labor gesammelt. Da man als frisch entlassener Schüler kaum Vorkenntnisse mitbringt, können die theoretischen Anteile zu Beginn etwas erschlagend wirken. Hier habe ich mich mit viel Interesse eingelesen. Zudem möchte ich die Hilfsbereitschaft von allen Arbeitskollegen hervorheben. Nicht nur bei Fragen sondern auch bei der Unterstützung zur Vorbereitung auf den HAM-NAT, hatte ich stets hervorragende Unterstützung von hervorragenden Kollegen. Besonders die Diversität an Tätigkeiten finde ich beeindruckend und spannend. Jedem der später einen naturwissenschaftlichen Beruf ausüben möchte, kann ich ein FWJ nur empfehlen, da ich denke, dies ist die beste Möglichkeit, einen Einblick in dieses Themengebiet zu bekommen.