Leberentzündung: Infektion, Immunregulation und Konsequenzen

Die Leber im Visier der ForschungVideoarchiv

online seit 07.11.2013

Erkrankungen der Leber gehören sowohl in Deutschland als auch weltweit zu den häufigsten Krankheiten und können einen gefährlichen Verlauf nehmen: Wirken die schädigenden Faktoren dauerhaft ein, können eine Leberzirrhose oder sogar Leberzellkrebs entstehen, die häufig tödlich enden. Die Ursachen für einen Leberschaden sind vielfältig, oftmals wird er durch Infektionen hervorgerufen.

Herausforderung und Chance

Ist die Leber geschädigt, entzündet sich das erkrankte Gewebe und Reparaturprozesse setzen ein. Eine geschädigte Leber kann sich komplett regenerieren – eine Fähigkeit, über die kein anderes Organ verfügt. Hält die Schädigung der Leber jedoch an, können die ständig ablaufenden Entzündungs- und Reparaturvorgänge zur Narbenbildung und zur Entstehung eines Tumors führen.

Will man neue Ansätze für die Diagnostik und Behandlung von Lebererkrankungen entwickeln, ist es unerlässlich, das komplizierte Wechselspiel zwischen Leberschädigung, Entzündung und Reparatur besser zu verstehen. Darüber hinaus bietet die Leberforschung die Chance, allgemein gültige Erkenntnisse über Entzündungsreaktionen, Regeneration und Tumorbildung zu gewinnen.

Vernetzt zum Erfolg

Bisher waren die Fortschritte in der Leberforschung begrenzt, weil die Themen Schädigung, Regeneration, Krebsentstehung und Entzündung an fast allen wissenschaftlichen Einrichtungen getrennt untersucht wurden. Der Sonderforschungsbereich 841 (SFB 841) der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) „Leberentzündung: Infektion, Immunregulation und Konsequenzen“ führt zahlreiche Wissenschaftler und Projekte zusammen, um auf dem Gebiet der Leberforschung zu arbeiten. Die Vernetzung unterschiedlichster Forschungsansätze ermöglicht es, sich den komplexen Fragestellungen effizient zu nähern.

Mehrere Hamburger Forschergruppen haben in der Vergangenheit eine spezielle Expertise auf dem Gebiet der experimentellen Leberforschung erworben. In der Diagnostik und Therapie von entzündlichen Lebererkrankungen und Lebertumoren sind Hamburger Kliniken besonders erfahren. Solche Grundlagen-orientierten und klinischen Forschungsprojekte sind im SFB 841 eng miteinander verzahnt. So können neue wissenschaftliche Erkenntnisse den Patienten schneller zu Gute kommen.

Das Ziel

Mit dem SFB 841 verfügt die Leberforschung in Hamburg über exzellente Voraussetzungen, Entzündungsprozesse in der Leber und damit ihre Erkrankungen besser zu verstehen, und daraus innovative Strategien für die Diagnostik und Therapie zu erarbeiten. Ziel ist es, Entzündungsprozesse so zu beeinflussen, dass sie keinen Schaden anrichten, sondern die Regeneration des erkrankten Lebergewebes fördern und die Krebsentstehung verhindern.

Aufbau des SFB

Der SFB 841 umfasst drei wissenschaftliche Projektbereiche (Projektbereiche A „Infektion“, B „Immunregulation“ und C „Konsequenzen“). Hinzu kommt ein Service-Bereich mit zwei Teilprojekten, der experimentelle Methoden entwickelt und diese den SFB-Projekten zur Verfügung stellt. Zurzeit gibt es im SFB 841 außerdem eine Nachwuchsforschergruppe. Das im SFB 841 integrierte Graduiertenkolleg fördert gezielt die Erstellung von Promotionen auf dem Gebiet der Infektions- und Entzündungsforschung.

Vernetzung

Am SFB 841 sind insgesamt 12 universitäre und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen beteiligt, mit einem Schwerpunkt der Projekte am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE). In 22 Teilprojekten (16 davon am UKE) sind 25 Projektleiter und insgesamt etwa 100 Forscher eingebunden.

Neben dem UKE und der Universität Hamburg beteiligen sich das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin sowie das Heinrich Pette-Institut (Leibniz-Institut für Experimentelle Virologie), beide in Hamburg, das Biochemische Institut der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und das Goldyne Savad Institute of Gene Therapy der Hebrew University of Jerusalem, Israel, an der Forschungsinitiative.

Regelmäßige Gastvorlesungen und Symposien mit Gastwissenschaftlern anderer Universitäten und Einrichtungen ermöglichen den wissenschaftlichen Austausch über die Grenzen Hamburgs und Deutschlands hinaus.

Besonderer Dank gilt der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) für das Zustandekommen unseres Sonderforschungsbereichs.