Leberforschung aktuell: TIGIT als neuen Marker für T-Zellerschöpfung in der Hepatitis C Infektion identifiziert

27.08.2019

Weltweit sind neuesten Schätzungen der WHO zufolge etwa 71 Millionen Menschen chronisch mit HCV infiziert. In den letzten Jahren gab es erfreuliche Durchbrüche bei der medikamentösen Therapie der HCV Infektion. Trotzdem ist die Entwicklung eines protektiven HCV Impfstoffes und das genaue Verständnis der Pathogenese der HCV Infektion weiterhin ein wichtiges Ziel. Seit einigen Jahren wissen wir, dass es einer Minderheit von frisch HCV infizierten Patienten möglich ist, eine starke immunologische T-Zellantwort zu generieren, und die akute HCV Infektion spontan innerhalb der ersten Wochen zu eliminieren. Dagegen verlieren T-Zellen in der chronisch verlaufenden HCV Infektion, wahrscheinlich durch die Hochregulation einer Reihe von inhibierenden „Checkpoint“-Rezeptormolekülen, zunehmend ihre Funktionalität.

Eine besondere Rolle bei der T-Zellregulation konnte in der Vergangenheit für die koinhibitorischen Rezeptoren TIGIT (engl. T-cell immunoreceptor with Ig and ITIM domains) und PD-1 (engl. Programmed cell death-1) in anderen chronischen Virusinfektionen und Krebserkrankungen gezeigt werden. In einer aktuellen, in der Fachzeitschrift Scientific Reports veröffentlichten Arbeit, konnte Frau Dr. rer nat. Christin Ackermann aus der Arbeitsgruppe Schulze zur Wiesch (Projektleiter des SFB 841 Teilprojekts A06) zusammen mit verschiedenen Kooperationspartnern (unter anderem Uni Freiburg und Seattle) das Molekül TIGIT zusammen mit PD-1 als potenziellen neuen Marker für erschöpfte HCV-spezifische CD4+ T-Zellen identifizieren. Es zeigte sich insbesondere, dass HCV-spezifische CD4+ T-Zellen von akut und chronisch infizierten HCV Patienten höhere TIGIT und PD-1 Frequenzen aufweisen im Vergleich zu Patienten mit spontan ausgeheilter HCV Infektion. Interessanterweise wurde auf HCV-spezifischen CD4+ T-Zellen von Patienten mit chronischer HCV Infektion auch eine verminderte Expression von TIGIT´s komplementären Rezeptor CD226 detektiert. Die Ergebnisse dieser Arbeiten suggerieren, dass das Molekül TIGIT zusammen mit anderen inhibitorischen Molekülen wie PD-1 therapeutisch durch Antikörper blockiert werden um die T-Zellerschöpfung in chronischen Virusinfektionen oder Krebs zu umzukehren.

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