Leberforschung aktuell: Vergleich verschiedener Oberflächen-Erschöpfungsmoleküle bei COVID-19-Infektion und akuter Plasmodium Falciparum-Malaria

Die Coronavirus-Krankheit 2019 (COVID-19) ist eine schwere grippeähnliche Krankheit, die durch das neuartige SARS-CoV-2-Virus verursacht wird, und die bei einigen Patienten eine starke Immunreaktion und schwere Komplikationen hervorrufen kann. Die Akute Plasmodium falciparum-Malaria verursacht ebenfalls eine akute Erkrankung und ist durch die Produktion entzündungsfördernder Moleküle und massive Aktivierung von T-Zellen (besondere weiße Blutzellen mit Abwehrfunktion) im Blut gekennzeichnet. In der Malaria zeigen T-Zellen eine Vielzahl von verschiedenen Rezeptoren auf, die eine Folge ihrer Aktivierung sein können und auf längere Sicht für Immunerschöpfung verantwortlich gemacht werden, aber auch helfen, eine überschießende Immunreaktion einzuschränken.

Es wird angenommen, dass sich im Rahmen einer gesunden Immunreaktion durch eine Kombination dieser verschiedenen Rezeptoren ein Gleichgewicht zwischen Aktivierung und Hemmung von T Zellen ausbildet. Ob T-Zellen in der COVID-19 Infektion eine ähnliche Doppelfunktion haben, war bisher nicht bekannt.
Im direkten Vergleich dieser verschiedenen Rezeptoren von Blut von Patienten mit beiden Infektionen ergab sich nun bei Untersuchungen eines Teams der I. Medizinischen Klinik UKE, unter der Leitung von PD Dr. med. Schulze zur Wiesch (SFB Teilprojekt Teilprojekt A06) in Kooperation mit PD Dr. rer. nat. Jacobs (Teilprojekt B04) aus dem Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin, nun ein sehr ähnliches Bild in beiden Infektionen. COVID-19-Patienten mit einem schwereren Krankheitsverlauf zeigten dabei auf Ihren T Zellen höhere Frequenzen der beiden Moleküle LAG-3- und TIM-3 als Patienten mit einem milden Krankheitsverlauf.

Während der Erholung der Patienten konnte eine schnelle Normalisierung dieser sogenannten Erschöpfungs-Rezeptoren auf T Zellen im Blut beobachtet werden. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sich im Gesamtkontext der akuten Immunaktivierung in der COVID-19 Infektion und der Malaria die Frequenz bestimmter inhibitorischer Rezeptoren wie LAG-3 und TIM-3 in COVID-19 auf den T Abwehrzellen vorübergehend zunimmt. Diese T Zellen scheinen funktionell aber eher nicht langfristig erschöpft zu sein. Diese detaillierten Untersuchungen des Immunsystems können helfen, die Immunreaktion in der COVID-19-Erkrankung besser zu verstehen und helfen bei der Abschätzung, welche zukünftigen therapeutischen Immun-Interventionen erfolgversprechend sein könnten.*

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