Steckbriefe FWJler 2018/2019

Hannah Hachmann

Hannah Hachmann (18 Jahre)

Meine Einsatzstelle/Arbeitsgruppe:

Meine Einsatzstelle ist die Arbeitsgruppe Virushepatitis von Prof. Dr. Maura Dandri im SFB 841, in der sowohl das Hepatitis-B-Virus als auch das Hepatitis-D-Virus auf seine Wirkung im menschlichen Körper erforscht wird. Damit einhergehend wird auch die Wirksamkeit antiviraler Medikamente untersucht.

Meine Aufgabenbereiche:

Meine Aufgaben bestehen größtenteils in der Durchführung praktischer wissenschaftlicher Methoden sowie deren inhaltlicher Auswertung. Bei den praktischen Arbeiten handelt es sich zum Beispiel um die Isolation von DNA und RNA aus Blut oder Lebergewebe, die dazugehörige Bestimmung virologischer Parameter mittels qPCR, die Untersuchung von Leberschnitten mithilfe der Fluoreszenzmikroskopie und das Genotypisieren der Mäuse. Die Auswertungen der Versuchsergebnisse werden dann mit den anderen Kollegen im wöchentlichen Lab-Meeting diskutiert.

Wieso ein FWJ?

Mein Interesse an den Naturwissenschaften wurde besonders gegen Ende meiner Schulzeit geweckt. Da ich mir aber noch nicht sicher war, in welcher Form konkret ich mich damit auseinandersetzen möchte, bot mir das FWJ eine gute Möglichkeit, die Arbeit im Labor und den Alltag dort kennenzulernen.

Mein Interesse an der Forschung:

Bereits in der 8. Klasse entschied ich mich bei der JuniorAkademie, einem außerschulischen Programm zur Förderung von Schülern, für einen Biotechnologiekurs, in dem wir uns insbesondere mit der Genetik und gentechnischen Veränderung von Pflanzen beschäftigt haben. Hierbei entwickelte sich mein Interesse an den wissenschaftlichen Methoden und dem Arbeiten im Labor. Durch die Behandlung der Themen Genetik und Neurologie in der Schule lernte ich viel über den menschlichen Körper und begann, mich für Krankheiten, deren Entstehung und neue Therapieansätze zu interessieren.

Mein Studien-/Berufswunsch:

Das FWJ dient mir vor allem als Orientierungsjahr, in dem ich feststellen kann, ob das Arbeiten im Labor tatsächlich meinen Vorstellungen entspricht, oder ob ich doch eine ganz andere Richtung einschlagen möchte. Zum jetzigen Zeitpunkt kann ich mir aufgrund meiner Erfahrungen im Labor gut vorstellen, ein naturwissenschaftliches Studium aufzunehmen.

Meine bisherigen Erfahrungen/Erkenntnisse:

Bisher kann ich nur von positiven Erfahrungen berichten. Mir wurden schnell die geläufigsten Methoden beigebracht, so dass ich sie selbständig durchführen konnte. Meine Kollegen sind bei jeder Frage hilfsbereit und versorgen mich auch gern mit dem wissenschaftlichen Hintergrund, damit ich das Ganze im Zusammenhang inhaltlich nachvollziehen kann. Auch durch gemeinschaftliche Aktionen, wie z.B. die gemeinsame Mittagspause, ist schnell ein nettes Arbeitsklima entstanden, und ich habe das Gefühl, ein Teil dieser Arbeitsgruppe zu sein. Als besonders „praktisch“ empfand ich es außerdem, durch die fächerübergreifende Zusammenarbeit verschiedene Leute und damit Fachrichtungen kennenzulernen und mich zum Beispiel mit den Medizinstudenten austauschen zu können.

Paul Pertzborn

Paul Pertzborn (19 Jahre)

Meine Einsatzstelle/Arbeitsgruppe:

Ich arbeite im Institut für Biochemie und Molekulare Zellbiologie (IBMZ) am UKE in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Heeren. Die Arbeitsgruppe ist bunt gemischt und besteht aus Praktikanten, technischen Assistenten jeden Alters, Bachelor- und Master-Studenten, Doktoranden, Postdoc´s und Projektleitern. Wir sind ein internationales Team und sprechen generell Englisch.

Meine Aufgabenbereiche:

Meine Aufgaben sind recht vielfältig. Ich helfe bei Experimenten und ihrer Vor- und Nachbereitung. Das heißt z. B., dass ich vor dem Experiment die Behälter für Gewebe beschrifte und diese anschließend sortiere. Einen großen Teil meiner Zeit verbringe ich mit der Histologie. Das bedeutet, die gewonnenen Gewebeproben einzubetten, fein zu schneiden, zu färben und dann am Ende zu mikroskopieren. Daneben bin ich involviert in Methoden wie die PCR oder den Westernblot; außerdem setze ich u. a. Puffer an. Ich arbeite im Allgemeinen sehr selbständig und kann mir oft selbst einteilen, wie ich meine Arbeit gestalte.

Wieso ein FWJ?

Ich wollte mir im FWJ ein Bild von der Wissenschaft und wissenschaftlichem Arbeiten machen. Außerdem war es meine Absicht, nicht unmittelbar nach dem Abitur anzufangen zu studieren. Und da ich mich noch nicht endgültig für ein bestimmtes Studiums entschieden hatte, schien das FWJ eine perfekte Überbrückung mit spannenden Einblicken zu sein, was sich auch so bestätigt hat.

Mein Interesse an der Forschung:

Schon früh wollte ich verstehen, wie die Welt funktioniert. Von Raketen bis zum menschlichen Körper – ich habe mich gerne mit allem auseinandergesetzt. Allerdings war mir nie wirklich bewusst, was es überhaupt bedeutet zu forschen. Die einzigen Bilder, die ich zur Forschung im Kopf hatte, waren pipettierende Menschen in Laboren, und mir war klar, dass das nicht alles sein kann. Deshalb wollte ich mir einen eigenen Einblick in den Forschungsalltag verschaffen und Menschen und Methodik kennenlernen.

Mein Studien-/Berufswunsch:

Vor dem FWJ war ich mir relativ sicher, dass ich in die Richtung von VWL gehen möchte. Meine äußerst positiven Erfahrungen bisher im Institut für Biochemie und Molekulare Zellbiologie sowie das großartige Feedback, das ich bis jetzt bekommen habe, haben den Bereich der Molecular Life Sciences jedoch auch zu einer Option werden lassen. Damit hätte ich vorher gar nicht gerechnet. Das heißt, momentan bin ich noch am Ringen, in welche Richtung ich im Studium gehen möchte.

Meine bisherigen Erfahrungen/Erkenntnisse:

Nach den ersten zwei Wochen des FWJ habe ich mich in meiner AG bereits so wohl gefühlt, dass ich dachte, es könne eigentlich nicht mehr besser werden. Tatsächlich werde ich jede Woche eines Besseren belehrt. Es ist mir selbst fast schon unheimlich, wie sehr mir die Arbeit gefällt. Ich kann nur ein großes Lob den Organisatoren und meinem großartigen Team aussprechen, das mich sehr unterstützt und mir hilft, mit dem ich aber auch scherzen und lachen kann. Jeden Tag habe ich das Gefühl, den richtigen Schritt getan zu haben. Als vielleicht wertvollste Erfahrung nehme ich mit, dass die Zufriedenheit bei der Arbeit mehr mit dem kollegialen Miteinander zu tun hat, als mit den Aufgaben, die man verrichtet. Ich bin überzeugt, dass das FWJ einer der sinnvollsten Wege ist, um sich frisch nach der Schule neuen Herausforderungen zu stellen und großartige Erfahrungen zu sammeln.

Philine Braun

Philine Braun (18 Jahre)

Meine Einsatzstelle/Arbeitsgruppe:

Meinen FWJ-Einsatz habe ich am Institut für experimentelle Pharmakologie und Toxikologie. Hier arbeite ich unter der Betreuung von Frau Dr. Bärbel Ulmer am Projekt IndivuHeart mit, das durch einen European Research Council Grant zugunsten Herrn Prof. Dr. Eschenhagen und seiner Forschungsgruppe gefördert wird. Im Rahmen dieses Projekts werden neue Techniken zur Modellierung von Herzkrankheiten genutzt, indem aus humanen pluripotenten Stammzellen hergestellte künstliche Herzmuskeln generiert und funktionell analysiert werden. Das Ziel dabei ist es, eine neue Untersuchungsmethode zu etablieren, die der individuellen Diagnose und Therapie von Herzerkrankungen dient.

Meine Aufgabenbereiche:

Zu Beginn des FWJs war ich vor allem in die funktionelle Analyse des künstlich hergestellten Herzgewebes eingebunden sowie in die Versorgung des Gewebes. Später fing ich an, die gemessenen Daten am Computer zu strukturieren und auszuwerten. Zusätzlich habe ich einen Einblick in die Methodik der Zellkulturierung bekommen.

Wieso ein FWJ?

Bevor ich mich für einen der naturwissenschaftlichen Studiengänge entscheide, wollte ich zunächst gern einen Einblick in die Arbeit von Wissenschaftlern bekommen und herausfinden, ob diese Tätigkeit / dieses Berufsfeld auch etwas für mich ist. Das FWJ am UKE erlaubt mir nun, ein Projekt über einen längeren Zeitraum zu begleiten und sogar einen eigenen Beitrag dazu zu leisten.

Mein Interesse an der Forschung:

Schon in der Schule habe ich mich besonders für die naturwissenschaftlichen Fächer interessiert und war sehr neugierig, meine Umwelt zu entdecken und zu verstehen. Ich finde es spannend, neue Erkenntnisse über das Leben zu gewinnen, vor allem durch das Zusammenspiel der verschiedenen Fachbereiche.

Mein Studien-/Berufswunsch:

Mein Wunsch ist es, einen Studiengang zu finden, der mir die biochemischen und biologischen Grundlagen vermittelt, die ich benötige, um in der Forschung arbeiten zu können. Dabei denke ich im Besonderen an den Studiengang Molecular Life Sciences, da dieser großen Wert auf die Interdisziplinarität der Forschung legt.

Meine bisherigen Erfahrungen/Erkenntnisse:

Die Zeit im Institut hat mich in dem Wunsch bestärkt, einen naturwissenschaftlichen Studiengang zu wählen. Besonders gefällt mir, Teil eines Teams zu sein und den Prozess eines großen Forschungsprojektes mit verfolgen zu können. Außerdem habe ich eine genauere Vorstellung davon bekommen, was Forschung und Arbeit in der Forschung überhaupt bedeutet und beinhaltet. Ich würde das FWJ jedem empfehlen, der sich genau einen solch tieferen Einblick in die Forschungstätigkeit wünscht.

Lisa Tammina

Lisa Tamminga (19 Jahre)

Meine Einsatzstelle/Arbeitsgruppe:

Mein FWJ absolviere ich in der I. Medizinische Klinik und Poliklinik in der AG von Herrn PD Dr. Jörg Schrader, die sich mit der Erforschung neuroendokriner Tumore und des sogenannten Tumor-Microenvironment beschäftigt.

Meine Aufgabenbereiche:

Ich arbeite an einem Teilprojekt einer Doktorarbeit. Dafür führe ich mit unterschiedlichen Methoden wie z. B. der PCR und dem Westernblot Versuche durch – angefangen bei der Arbeit mit Zellkulturen geht es über die Isolation von RNA oder Protein zur cDNA-Synthese. Jede Methode wird mir vom wissenschaftlichen Hintergrund her erklärt und die Anwendung erläutert bzw. vorgeführt, so dass ich inzwischen eigenständig agieren kann. Wenn ich Hilfe brauche, sind immer Ansprechpartner für mich da; Fragen können jederzeit gestellt werden.

Wieso ein FWJ?

Nach dem Abi fehlte mir ein wenig die Orientierung; ich wusste lediglich, was ich nicht machen möchte. Naturwissenschaften fand ich immer schon sehr interessant, konnte mir allerdings kein rechtes Bild davon machen, wie ein Beruf in dem Bereich wirklich aussehen würde. Inzwischen habe ich Gelegenheit gehabt, mich mit vielen Leuten unterschiedlicher Disziplinen zu unterhalten, verschiedene Wege in die Naturwissenschaften kennenzulernen und den Arbeitsalltag selbst zu erfahren.

Mein Interesse an der Forschung:

Forschung ist ein unglaublich großes und interessantes Gebiet. Momentan bin ich hauptsächlich in der Krebsforschung “unterwegs”, was mich sehr begeistert. Ich kann mir auf jeden Fall vorstellen, später selbst in diesem Forschungszweig zu arbeiten und daran mitzuwirken, dass in Zukunft bessere und individuell auf den Patienten abgestimmte Krebstherapien zur Verfügung stehen.

Mein Studien-/Berufswunsch:

Noch möchte ich mich nicht im Detail äußern, da ich noch keinen Studienplatz habe. Wenn es irgendwie geht, würde ich gern auf dem Gebiet bleiben, in dem ich jetzt mein FWJ absolviere. Medizin ist für mich momentan noch keine Option, aber man weiß ja nie, was noch kommt … Mein Wunsch wäre es, Biotechnologie oder Molecular Life Sciences zu studieren und dann irgendwann in der Forschung zu arbeiten.

Meine bisherigen Erfahrungen/Erkenntnisse:

Ich habe auf jeden Fall jede Menge Erfahrungen gesammelt und mich begeistern lassen – von so einfachen Sachen wie der Eismaschine oder das Agarosegel bis zu den ersten Versuchen in der Zellkultur und den Western Blots, die ich selbständig durchführen konnte.
Aus dem Jahr des FWJs werde ich sehr viel für mich mitnehmen. Ich bin unglaublich dankbar, bei einer Doktorarbeit mithelfen und in einer so tollen Arbeitsgruppe mitmachen zu dürfen sowie die Chance bekommen zu haben, die Arbeit im Labor so intensiv kennenlernen zu können. Außerdem bedanke ich mich für all die interessanten und aufschlussreichen Gespräche, die mir zum einen weitergeholfen haben und zum anderen auch einfach viel Spaß mach(t)en.

Cornelius Vetter

Cornelius Vetter (17 Jahre)

Meine Einsatzstelle/Arbeitsgruppe:

Meine Einsatzstelle habe ich am Institut für Experimentelle Herz-Kreislaufforschung, das von Herrn Prof. Nikolaev geleitet wird. In diesem Institut wird die Rolle der sekundären Botenstoffe cAMP und cGMP bei Herzinsuffizienz untersucht. Dabei sind die Effekte dieser sekundären Botenstoffe oft davon abhängig, in welchen subzellulären Kompartimenten (Mikrodomänen) der Herzmuskelzellen sie zur Wirkung kommen. Ziel der Untersuchungen ist es, die molekularen Mechanismen der Herzinsuffizienz aufzuklären und neue therapeutische Strategien zu identifizieren und zu entwickeln.

Meine Aufgabenbereiche:

Ich widme mich einem Bioinformatik-Projekt zum Thema Phosphodiesterase-Hemmer. Zu meinen regelmäßigen Aufgaben gehören vor allem die Fluoreszenzmikroskopie (Fluoreszenz-Resonanz-Energie-Transfer (FRET)), Simmune Modeling (Simulation biochemischer Reaktionen / Signalwege einer Zelle in einem dreidimensionellen Modell), die Auswertung von Daten am Computer und die Durchführung des molekularbiologischen Verfahrens des Western Blots.

Wieso ein FWJ?

Für ein Freiwilliges Wissenschaftliches Jahr habe ich mich entschieden, um nach dem Abitur zunächst etwas Zeit zu haben, um für mich herauszufinden, im welchem Bereich ich überhaupt studieren will.
Für mich war und ist immer noch klar, dass ich mein Studium und meinen späteren Beruf im Bereich der biologisch-chemischen Naturwissenschaften wählen möchte; bisher hatte ich aber noch keine tieferen Einblicke in dieses Gebiet. Beim FWJ kann ich den Alltag in einem Labor miterleben, eigene Erfahrungen sammeln und meine Kolleginnen und Kollegen über ihren Werdegang befragen, was mir die Entscheidung über meinen Studienwunsch erheblich erleichtert.

Mein Interesse an der Forschung:

Ich finde es faszinierend, wie viele Prozesse in unserer Welt zusammenhängen und wie diese Zusammenhänge analysiert werden können. Besonders auf der zellulären Ebene finden unzählige chemische Reaktionen gleichzeitig statt. Ich kann beispielsweise mithilfe eines fluoreszierenden Biosensors die Konzentration eines Moleküls in einer lebenden Zelle in Echtzeit verfolgen und daraus verblüffende Schlussfolgerungen ziehen, die im besten Fall auch eine Relevanz für die Therapie akuter Krankheiten haben. Mit der heutigen Technik ist so vieles messbar und visualisierbar, was vor ein paar Jahren/Jahrzehnten noch undenkbar war. Und ein Stagnieren der Weiterentwicklung und des Fortschritts ist noch nicht erkennbar. Dies gilt nicht nur für den Bereich der medizinischen Forschung.

Mein Studien-/Berufswunsch:

Chemie, Medizin

Meine bisherigen Erfahrungen/Erkenntnisse:

Die Arbeit im Labor macht mir großen Spaß, und ich lerne täglich auf vielen Ebenen dazu. Vor allem im Austausch mit den Doktorandinnen, Doktoranden und Postdocs im Labor ist mir einiges klar geworden. Ich habe mich bisher oft gefragt, warum man viele Jahre lang studiert und freiwillig aus den weitest entfernten Ländern nach Hamburg zieht, um hier für ein im Vergleich zu Jobs in der Industrie relativ geringes Gehalt zu arbeiten. Im Labor arbeiten die Forschenden zudem oft über ihre eigentliche Stundenzahl hinaus – ganz selbstverständlich, da Forschung im Idealfall einfach fasziniert und motiviert.
Nach einiger Zeit habe ich dann verstanden, dass diese Menschen eine so starke Motivation antreibt, dass sie solche “Unwägbarkeiten” auf sich zu nehmen. Sie möchten mit ihrer Forschung etwas bewegen und den Menschen, deren Krankheiten Thema ihrer Forschung sind, mit ihren gewonnenen Erkenntnissen helfen. Die Forschung an der Universität bietet diesbezüglich viele Freiheiten im Gegensatz zu einem regulären Job in der Industrie.
Ich versuche nun also für mich herauszufinden, welche Themen und Fachgebiete mich so begeistern können, dass ich diesen oder einen anderen Weg beschreite.

Julia M.

Julia Monastyrska (18 Jahre)

Meine Einsatzstelle/Arbeitsgruppe:

Meine Einsatzstelle befindet sich am Bernhard-Nocht-Institut (BNI) im Bereich der Protozoen-Immunologie und befasst sich mit Tropenkrankheiten wie beispielsweise Malaria, der Leishmaniose oder der Chagas-Krankheit. Geleitet wird die Arbeitsgruppe von Herrn PD Dr. Thomas Jacobs.

Meine Aufgabenbereiche:

Meine Aufgabenbereiche sind relativ umfassend und geben mir einen Einblick in verschiedene Tätigkeitsbereiche im Labor.
So assistiere ich den technischen Assistenten, die dafür sorgen, dass der Laboralltag reibungslos läuft. Ich decke die Bestellungen und Post unseres Labors ab, aliquotiere verschiedene Reagenzien, sortiere, dokumentiere und stehe zur Verfügung, wenn Hilfe benötigt wird.
Abgesehen davon helfe ich auch den anderen wissenschaftlichen Mitarbeitern im Labor bei Experimenten, und ich durfte bei Zellisolationen aus Gewebe mit dabei sein.
Im Verlauf des FWJ wurde mir ein eigenes Thema unter Beaufsichtigung der MTA Christiane Steeg übertragen, zu dem ich selbst Experimente durchführe und die gewonnenen Daten anschließend auswerte. Um Verständnis für das Forschungsthema zu entwickeln, lese ich wissenschaftliche Artikel, so dass ich bei der Diskussion von Ergebnissen mitreden kann.
Am außergewöhnlichsten dürfte mein Aufgabenbereich bei der Mückenzucht sein. Da in unserer Forschungsgruppe an Malaria geforscht wird, stellen wir für andere Forschungsgruppen am BNI die Anopheles-Mücke zur Verfügung. Ich bin für die Verpflegung und Aufrechterhaltung des Mückenstamms zuständig.

Wieso ein FWJ?

Für mich persönlich hatte es mehrere Gründe, ein FWJ zu absolvieren. Zum einen wollte ich einen anderen Alltag als den, den ich von der Schule gewöhnt war. Ich war mir sicher, dass ich etwas anderes erfahren wollte und Zeit für den Entscheidungsprozess für meine Zukunft gebraucht habe. Zum anderen hatte ich zwar eine grobe Vorstellung von dem, was ich in meiner Zukunft machen möchte, aber auch die war nur wenig konkret und eher verschwommen, da die meisten von uns Abiturientinnen und Abiturienten zuvor nicht die Möglichkeit hatten, sich lange im einem Labor aufzuhalten. Ein FWJ ist eine unglaublich kostbare Gelegenheit, sich ein Bild von den Arbeitsumständen in einem Forschungslabor sowie den Vor- und Nachteilen des Berufs des “Forschers” zu machen und bietet die Möglichkeit, von den Erfahrungen anderer zu lernen und zu profitieren. Wer sich schon einmal überlegt hat, in den Bereich der Naturwissenschaften einzusteigen, dem kann ich ein Freiwilliges Wissenschafliches Jahr nur ans Herz legen. Zumal das FWJ einem persönliche Klarheit für die Zukunft bietet und sich eignet zum Erwerb von wichtigen „Softskills“, wie zum Beispiel der Kommunikation mit internationalen Kollegen und der Recherche von Informationen.

Mein Interesse an der Forschung:

Generell habe ich während der Schulzeit meine persönliche Neigung zu Naturwissenschaften entdeckt, und auch das Thema „Medikamente“ beschäftigte mich seit vielen Jahren. Da ich selbst autoimmunerkrankt bin, hat es mich interessiert, die molekularen Vorgänge im eigenen Körper besser verstehen zu können.
Ich finde, dass die Interaktion zwischen Wirt und Pathogen unglaublich faszinierend und komplex ist und wir bei vielen Erkrankungen diese Mechanismen noch gar nicht vollständig durchschauen. Diese Wissenslücke treibt meine Neugierde an. Aber auch zu wissen, dass mein Anteil an der Forschung eines Tages eventuell den Markt der Medikamente bereichern könnte, ist ein motivierendes Gefühl.
Forschung gibt mir das Gefühl, etwas zum Besseren ändern zu können!

Mein Studien-/Berufswunsch:

Mir war schon relativ früh klar, dass ich im naturwissenschaftlichen Bereich tätig sein möchte. Das FWJ hat mir gezeigt, dass in der Bio-Medizin definitiv meine Interessen zusammenlaufen.
Dieser Studiengang umfasst alle meine momentanen Einsatzbereiche und gibt mir die Möglichkeit, hoffentlich bei vielen Dingen näher ins Detail gehen und mehr Wissen mitnehmen zu können.

Meine bisherigen Erfahrungen/Erkenntnisse:

Ich habe sowohl gelernt, was es bedeutet, mit wundervollen Kollegen zusammenzuarbeiten als auch zu erfahren, welch großartigen Spaß ich bei der Arbeit habe. Als wertvolle Erfahrung habe ich mitgenommen, wie man mit Frust umgeht, wie man auf Notlösungen zurückgreift und wie man eine Lösung zu einem Problem findet.
Meine Erkenntnisse sind – abgesehen von meinem Forschungsthema, bei dem es bisher noch keine eindeutigen Ergebnisse gibt –, dass ich mit meinem Aufgabenfeld zufrieden bin, dass ich mich weiter in die Richtung fortbilden werde und dass es eine absolut richtige Entscheidung war, das FWJ anzufangen.